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Das 17. Treffen des Arbeitskreises findet vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 in Hamburg statt.


CfP: Wahrnehmung, Performativität, Emotionalität:  Dimension des Körpers im vormodernen Japan

 

Angestoßen durch theoretische Überlegungen in Philosophie und Anthropologie hat sich in den Literaturwissenschaften der letzten Jahrzehnte ein vielfältiges Interesse an der menschlichen Körperlichkeit entwickelt. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Neuentdeckung und Neubewertung des Körpers, der durch das 20. Jahrhundert hindurch konzeptionalisiert wird als Bezugspunkt disparater Entwürfe. Diese Pluralität an Körperbegriffen wirkt hemmend und produktiv zugleich; so ist etwa nur selten die Rede von “Körperstudien”. Dass die Be- und Einschreibung des menschlichen Körpers grundsätzlich ein kulturelles Verfahren ist, zeigen Analysen aus der neueren europäischen Literaturwissenschaft u. a. zu Prousts verkörperter Erinnerung im Madeleine-Motiv oder zur Körperlichkeit unter dem Apparat in Kafkas Strafkolonie. So überzeugend ein solcher Ansatz sein mag, bis dato sind nur wenige Versuche zu verzeichnen, die eine Öffnung des Gegenstandes in Richtung der vormodernen, geschweige denn der außereuropäischen Literatur unternehmen.

 

Beim kommenden Arbeitskreistreffen steht daher die Frage nach der Körperlichkeit, d.h. nach den Möglichkeiten und Grenzen des konkreten Körpers in der vormodernen japanischen Literatur im Vordergrund. Es geht dabei nur in zweiter Linie um den Körper als Gegenstand des Narrativs (etwa als Motiv), obwohl dieser Punkt ebenfalls behandelt werden kann. Vielmehr soll gefragt werden, wie der Körper derartige Narrative ermöglicht, insofern Primärfunktionen wie Wahrnehmung, Emotionalität, Erfahrung, Erinnerung, Kommunikation etc. Körperlichkeit immer schon voraussetzen. Von besonderem Interesse ist dann, wie literarische Texte im weiteren Sinn diese Voraussetzung berücksichtigen oder gar als gestalterische Herausforderung thematisieren. Behandelt werden können etwa:

 

1)     Körper, Emotionen, Sinneswahrnehmungen (u.a. soziale Konventionen)

 

2)     Körper als Medium (u.a. Performativität des Körpers, religiöse oder ästhetische Körperpraktiken, Körpersprache von Kinesik bis Proxemik)

 

3)     Körperkonzeptionen (u.a. geistes- und begriffsgeschichtliche Kontextualisierungen)

 

Beitragsvorschläge — Kontaktdaten, Arbeitstitel und ein Abstract von bis zu 500 Worten — werden bis zum 30.11.2016 erbeten an:

 

Steffen Döll (steffen.doell@uni-hamburg.de), Eike Großmann (eike.grossmann@uni-hamburg.de) und Jörg B. Quenzer (joerg.quenzer@uni-hamburg.de)