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 19. Treffen des Arbeitskreises Vormoderne japanische Literatur



"Kokoro in der vormodernen japanischen Literatur"


 


28.–30. Juni 2019
 
Der Begriff kokoro prägt die verschiedensten Strömungen der vormodernen japanischen Literatur. Dies geschieht explizit etwa in seiner Verwendung als ästhetisch-emotionale Kategorie in der Poetik und dem Nō-Theater, implizit u.a. als Motiv und erzählerisches Element in den höfischen monogatari und der Liebesliteratur im Umfeld der edozeitlichen Vergnügungsviertel. In seiner Metaphorik, z.B. in Absetzung zum Körper, ebenso wie als analytisches Konzept im Buddhismus oder in seiner Rolle als identitätskonstituierender Faktor in Partikularitätsdiskursen öffnet kokoro den Blick auf ein umfangreiches Reservoir an Thematiken.

Daraus ergeben sich mögliche Schwerpunkte für Beiträge: Beispielsweise die Frage nach emotionalen Codes unter narratologischen Gesichtspunkten ebenso wie die der Performativität von kokoro in ihren poetischen, theatralen, religiösen oder ästhetischen Dimensionen. Zugleich kann kokoro – als ein Beispiel für soziale Konventionen hinsichtlich der Möglichkeit des Ausdrucks von Empfindungen/Emotionen betrachtet – aus einem anderen Ansatz heraus den Blick erneut auf den Körper und die Körperlichkeit lenken. Die Erörterung poetologischer, ästhetischer und rhetorischer Diskurse (kokoro und kotobamono no kokoro) sowie geistes- und begriffsgeschichtliche Kontextualisierungen, etwa die Frage nach der Beobachtbarkeit von kokoro oder dessen Erscheinen bzw. Erzeugen (ushin-mushin), erscheinen ebenfalls unverzichtbar. Gleichermaßen können methodologische Erwägungen aufgegriffen werden, die im Kontext der Hinwendung der Literaturwissenschaften, insb. auch der Mediävistik, zur Erforschung von Emotionen in den letzten Jahrzehnten (emotional turn) stehen.
 
Das kommende Treffen findet im EKŌ-Haus in Düsseldorf statt. Es sind Vorträge von 35 Minuten Länge (mit anschließender Diskussion) geplant, die sich mit Fragestellungen aus den genannten Themenbereichen beschäftigen.

 

 

Organisation: Eike Großmann


Anmeldungen werden erbeten an: eike.grossmann@uni-hamburg.de


 




 

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